Musik aus Heidenheim, frisch auf CD

Trio mit Biss

Lässt sich hören: „Buffet Restaurant“ von „Tapedeck“

Ins „Buffet Restaurant“ lädt das Heidenheimer Trio „Tapedeck“ mit seiner Debüt-CD ein. Das fünfgängige und gut 22-minütige Menü beginnt mit dem Titelstück, das zunächst schwer pumpt, um dann in einen rasenden Blast-Beat umzuschlagen. Vom Start an schmeckt der dichte und ordentlich gebutterte Sound, der trotz guten Drucks allen Instrumenten Raum lässt.

Für die erste Begegnung mit „Tapedeck“ bietet sich vielleicht das zweite Stück an, „Sleeping lion skin“, das zwar relativ leicht verdaulich, aber dennoch sehr spannend gewürzt ist. Eine zunächst zarte Gitarre konkurriert mit einem nervösen Schlagzeug und einem geradlinig tragenden Bass, bevor alle zusammen im Refrain auf eine weite, offene Fläche führen. Gäbe es in Heidenheim noch eine Indie-Disco, die Nummer wäre dort ein Hit.

Nach der Hardcore-Keule „Squirrels“ hat „Tidy Up“ wieder viel Zeit für den Songaufbau. Während in der Mitte für etliche Takte fast lupenreiner 80er-Thrash aufblitzt, lässt gegen Ende ein irres Psycho-Gesangsarrangement aufhorchen. So etwas wie die Überdosis Espresso zum Abschluss stellt „Tumbleweed“ dar, ein vertrackter Song mit ungezählten Riffs und Wendungen.

Alles in allem bietet „Tapedecks“ Büffet eine sehr leckere Auswahl, und wer willens ist, sich mit origineller und harter Musik zu beschäftigen, der sollte sich das Silbertellerchen besorgen.

Jens Eber

HEIDENHEIMER ZEITUNG, 12.05.05